Weiterbildungen in Systemaufstellungen
Leitung: Dag Werner, anerkannter Lehrtherapeut / Lehrtrainer von der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS), seit über 10 Jahren Aus- und Weiterbildungsangebote in Systemaufstellungen
• Inhalte und Ziele der Weiterbildungen Systemaufstellungen
• Grundkurs I: Systemische Familienaufstellungen
• Grundkurs II: Systemische Struktur-, Berufs- und Organisationsaufstellungen
• Aufbaukurs: Weiterentwicklungen und erweiterte Vorgehensweisen von Systemaufstellungen
• Zielgruppe
• Zertifikat
• Supervisions- und Traininsgruppe
• Termine
• Anmeldung
Wir haben 2010 die Weiterbildungen in Systemaufstellungen erweitert und gleichzeitig flexibilisiert, um den unterschiedlichen Interessen und gewachsenen fachlichen Anforderungen im beruflichen Kontext unserer Weiterbildungsteilnehmer zu entsprechen. In drei Weiterbildungen vermitteln wir die umfassende Praxis und Theorie des Stellens von Familien und anderen Beziehungssystemen (Arbeitsfelder, Teams, Organisationen, innere Strukturen). Die Weiterbildungen bauen aufeinander auf, können aber auch unabhängig voneinander gebucht werden.
Wir empfehlen dennoch sehr, mindestens Grundkurs I + II zu belegen, denn Familienaufsteller arbeiten wirksamer und sicherer, wenn sie damit vertraut sind, wie sich die Dynamik anderer sozialer Felder (Arbeitsbereiche, Struktur- und Organisationsbereiche etc.) familiäre Verstrickungen bedingen oder entscheidend beeinflussen können – und umgekehrt. Stuktur- und Organisationsaufsteller arbeiten kompetenter und sicherer, wenn sie mit familiären Verstrickungen und ihren Auswirkungen auf die Dynamik von internalen Strukturen und externen Organisationen gut vertraut sind.
Beide Grundkurse sind zugleich eine wichtige Grundlage zur Einführung in das systemische Denken und Handeln. Die Teilnehmer erhalten eine systemische Erfahrungsgrundlage, die für jede zukünftige Weiterbildung Grundsteine legt. Denn der Fokus kann in den Weiterbildungen Systemaufstellungen verstärkt auf Werte und Haltungen beim Anwender gelegt werden, die weit über fachliches Wissen hinausgehen und die von der übrigen Lebenspraxis nicht zu trennen sind, zum Beispiel auf leibliche Erfahrung, beziehungsdynamische Präsenz, Integrität und Sinnerfüllung.
Anhand von Aufstellungen der eigenen Familien, Organisationen und Supervisionsfällen sowie durch Entscheidungs- und Problemsituationen der Teilnehmer und auch deren Klienten wird ein großes Spektrum der Lösungsmuster der systemischen Familienaufstellungen nach Bert Hellinger, der systemischen Strukturaufstellungen nach Sparrer/Kibéd und anderen zeitgemäßen Weiterentwicklungen demonstriert und vermittelt.
Im Mittelpunkt steht die Grundhaltung des Aufstellers. An unserem Institut werden Systemaufstellungen seit über 10 Jahren sowohl auf einer systemisch-phänomenologischen Grundlage als auch bewusst im Spannungsfeld zur systemisch-konstruktivistischen Vorgehensweise vermittelt. Beide Ansätze betrachten wir als einander ergänzend und befruchtend. Es werden nicht Einzelschicksale und persönliche Eigenschaften, sondern Beziehungszusammenhänge in den Blick genommen. Auch individuelle Symptome werden nicht der Person zugeschrieben, sondern in größeren systemischen Zusammenhängen gesehen.
Mit einer phänomenologischen Grundhaltung setzt sich der Aufsteller den Zusammenhängen aus, ohne Absicht und ohne Furcht. Man muss sich auf einen inneren Punkt leeren Gewahrseins zurückziehen und auf den Klienten und sein System schauen. Voraussetzung für dieses "Schauen" ist größte Achtung für den Klienten, ohne ihn oder sein Anliegen einzuordnen, zu beurteilen oder moralisch zu bewerten. Dies kann niemand von selbst. Es ist keine Technik, sondern eine Art des Seins, eine Art der Präsenz. Man lernt es durch ständiges Üben und durch ein Sich-Einfügen in die Kräfte, die wirken. Mit diesen Kräften lassen sich die nächsten Schritte finden und Lösungen und neue Wege gestalten.
Das Wahrnehmen im eigentlichen Sinne, das Spüren von Feldwirkungen wird immer wieder demonstriert und eingeübt. Die Bewegungen und Vollzüge sowie die Lösungen werden dabei erläutert. Es werden die zugrunde liegenden Haltungen, Einsichten und Dynamiken sowie die damit einhergehenden lösungsorientierten Vorgehensweisen vermittelt.
Die Weiterbildungen in Systemaufstellungen sind vor allem praxis- und übungsbezogen und haben auch experimentellen Charakter. Im Sinne des lebendigen und leichten Lernens wird die notwendige Theorie ohne überflüssigen Ballast praktisch erfahren. Erfahrungsorientiertes Üben und Selbsterforschung stehen daher im Vordergrund. Die TeilnehmerInnen werden schon früh ermutigt, sich in schrittweise komplexeren Situationen selbst als Aufstellende zu erproben und sich in ihren Entwicklungsmöglichkeiten zu erfahren.
Im Rahmen dieser Weiterbildungen werden auch die Übertragungsmöglichkeiten auf die Einzelarbeit (Therapie und Beratung), Supervision, Organisationsberatung, Entscheidungsberatung, etc. für das praktische Berufsfeld der Teilnehmer behandelt. Ziel ist, einen Raum zu schaffen, in dem jeder seine professionellen Fähigkeiten weiterentwickeln, sein Wissen vertiefen und seinem Bedürfnis nach persönlichem Wachstum folgen kann.
Im Grundkurs I stehen die Grundlagen der Aufstellungsarbeit im Kontext der Familie und ihren Dynamiken im Vordergrund. Die Seminare vermitteln intensiv die grundlegenden theoretischen und praktischen Einsichten des Familienstellens in seiner klassischen Form nach Bert Hellinger und den daraus hervorgegangenen Weiterentwicklungen. Besonderes Augenmerk liegt auf einer strukturierten phänomenologischen Vorgangsweise, dem Verständnis für die Wirkungsweisen von so genannten „Ordnungen“ und des „Gewissens“ in Familien.
Das Kennenlernen von Mustern, das Wissen um aufstellungstypische Erfahrungen, das Lernen von Bildern und von Umstellungsmöglichkeiten sowie von Sätzen, wird im Grundkurs übend entwickelt. So bekommen die Teilnehmer diagnostisches Rüstzeug und Hinweise für mögliche Interventionen an die Hand. Das ist gleichermaßen das Fundament, auf dem man als Aufsteller steht, auch wenn die Kunst der Aufstellungsarbeit einiges mehr erfordert. Denn es besteht die Gefahr, Beziehungsmuster nicht beschreibend und als Möglichkeiten, sondern als Dynamiken im Sinne normativer Kausalbeschreibungen zu verwenden und entsprechend vorgefertigte Lösungsrezepte und -sätze anzubieten. Hier unterstützt uns die Schulung einer phänomenologischen Vorgehensweise, in dem wir lernen, die Aussagen und Hypothesen aller am Prozess Beteiligten möglichst differenziert wahr- und ernst zu nehmen, ohne sich auf sie festlegen zu lassen. Es bleibt eine langfristige Aufgabe, neugierig und offen für anderes und Überraschendes zu bleiben. Die Grundkurse I + II bilden dafür einen sehr guten Grundstein.
Im Grundkurs I wird auch in anschaulicher Weise demonstriert und eigenständig geübt, wie Systemaufstellungen im Einzelsetting, also in der psychologischen Einzelberatung, im Coaching und in Therapiesitzungen, angewendet werden. Hierzu werden verschiedene Hilfsmittel wie Genogramm, Figuren und Bodenanker vorgestellt.
Darüberhinaus wird die Methodik einer zielführenden, systemischen Auftragsklärung ein wichtiges Thema sein. Durch Schulung der Intuition und der feinsensorischen Wahrnehmung der Teilnehmer, wird ein prozessorientiertes Arbeiten entlang der sich zeigenden Phämonene vermittelt - immer mit Blick auf eine sinnvolle und zieldienliche Ankoppelung an den Auftrag des Klienten bzw. Kunden.
Systemische Strukturaufstellungen sind ein von Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd entwickeltes Verfahren. Hier werden die Grundprinzipien des familiären Systemverständnisses auf andere Systeme übertragen und erweitert. Strukturaufstellungen ermöglichen schnelle, präzise und überraschende Einsichten in die Strukturdynamik und die Entwicklungsmöglichkeiten eines Systems. Völlig neue Perspektiven oder Lösungen für schwierige Entscheidungs-, Problem- und Zielfindungs-Themen im privaten wie beruflichen Bereich sind besonders auch außerhalb des rein therapeutischen Kontextes in der Beratung, Coaching und Supervision höchst wirksam anwendbar.
Auch bei den Organisationsaufstellungen lautet die Grundannahme: Das System trägt seine Lösungen bereits in sich, so wie jeder Mensch die Lösung für sein Problem bereits in sich trägt.
Man geht davon aus, dass die Organisation oder das Unternehmen weiß, wie seine Probleme gelöst werden können. Dieses Wissen ist jedoch ungleich verteilt, nicht zugänglich oder verdeckt. Die Art und Weise der Problemlösungssuche ist zum Problem geworden.
Kommunikation regelt im betrieblichen Alltag hauptsächlich das Zusammenarbeiten, die Entscheidungen, den Informationsaustausch, das Lernen und vieles mehr. Daraus entstehen Kommunikations- und Verhaltensmuster, die den Alltag steuern. Diese sind jedoch nicht immer förderlich für die Aufgabenerfüllung und Zielerreichung! Unbemerkt schleichen sich oft Verhaltensmuster ein, die für die Organisation dysfunktional werden können. Solche Muster zu entdecken, sie bearbeitbar und als veränderbar zu erfahren, ist ein Ziel der systemischen Organisationsaufstellung.
Im Aufbaukurs werden verschiedene Formen und erweiterte Vorgehensweisen der Aufstellungsarbeit vorgestellt und eingeübt. Die methodische Grundstruktur dieser Weiterbildung besteht aus folgenden Elementen:
- Vertiefen, Anwenden und Reflektieren unterschiedlicher Aspekte und Formen der Aufstellungsarbeit
- Vertieftes Üben der repräsentierenden Wahrnehmung aus unterschiedlichen Perspektiven
- Feedback zur eigenen Leitungspraxis
- Erlernen und Einüben der neueren Aufstellungsentwicklungen von Bert Hellinger: Multidimensionale Aufstellungen und Gehen mit dem Geist.
- Vertiefung der Ahnenarbeit und anwenden schamanistischer Rituale
Konkrete Fragestellungen aus der Berufs- und Lebenspraxis der Teilnehmer bilden die Grundlage für die Aufstellungsarbeit im Aufbaukurs. Entsprechend nehmen Supervisions- und Intervisionsorientierung einen wichtigen Platz ein.
Der Aufbaukurs Systemaufstellungen ist offen für alle Absolventen der Grundkurse I + II sowie für anderweitig ausgebildete Aufsteller.
sind Menschen, die in therapeutischen, beratenden, lehrenden und helfenden Berufen tätig sind oder eine solche Tätigkeit anstreben (Psychologen, Psychotherapeuten, psychologische Berater, Familienberater, Ärzte, Heilpraktiker, Sozialpädagogen, Lehrer, Seelsorger, Organisationsberater, Personal- und Unternehmensberater...) sowie Menschen, denen es darum geht, ihr Verständnis für tiefere Lebenszusammenhänge im privaten und beruflichen Feld zu erweitern.
1. Weiterbildungszertifikat "Systemaufsteller HISL"
Dieses Zertifikat beinhaltet:
- Grundkurs I: 4 x 3 Tage Familienaufstellungen, Theorie und Methode
- Grundkurs II: 3 x 3 Tage Struktur- und Organisationsaufstellungen, Theorie und Methode
- Aufbaukurs: 1 x 2 und 1 x 3 Tage Vertiefung in Systemaufstellungen, Theorie und Methode
- Praxisseminare: mindestens 12 Tage Hospitation beobachtende Teilnahme bei Aufstellungsseminaren von Johannes Steilmann und Dag Werner
- Supervision: mindestens 3 x 1 Tag
- Peergruppen: mindestens 5 Tage protokollierte Peergruppenarbeit
2. Weiterbildungszertifikat "Geprüfter Systemaufsteller HISL"
Dieses Zertifikat beinhaltet zusätzlich zu den Kriterien aus Punkt 1 eine praktische Prüfung anhand der Durchführung einer Aufstellung mit einem externen Klienten.
3. Aufnahme in eine der beiden Listen der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen
Es besteht die Möglichkeit, sich mit nachfolgenden Voraussetzungen, die in einem Zeitraum von drei Jahren ab dem Grundkurs zu erfüllen sind, bei der DGfS zu bewerben. Dieses Zertifikat beinhaltet Leistungen, die zusätzlich gebucht werden müssen:
- Grundkurs I: 4 x 3 Tage Familienaufstellungen, Theorie und Methode
- Grundkurs II: 3 x 3 Tage Struktur- und Organisationsaufstellungen, Theorie und Methode
- Aufbaukurs: 1 x 2 und 1 x 3 Tage Vertiefung in Systemaufstellungen, Theorie und Methode
- Praxisseminare: mindestens 12 Tage Hospitation beobachtende Teilnahme bei Aufstellungsseminaren von Johannes Steilmann und Dag Werner
- Supervision: mindestens 5 x 1 Tag
- Selbsterfahrung: mindestens 8 Tage (als Teilnehmer) an Aufstellungsseminaren bei Johannes Steilmann und Dag Werner oder anderen erfahrenen Aufstellern
- Peergruppen: mindestens 5 Tage protokollierte Peergruppenarbeit
Ab Anfang 2012 gibt es für Personen mit dem HISL-Weiterbildungszertifikat "Geprüfter Systemaufsteller HISL" die Möglichkeit der Aufnahme in eine Adressenliste, die auf unserer Internetseite veröffentlicht wird.
Diese Treffen dienen der Vertiefung praktischer und methodischer Fragen, der Fallbesprechung und dem Austausch unter Kollegen. Das Angebot richtet sich an Menschen, die sich in allen Aspekten der Aufstellungsarbeit weiter vertiefen, die neusten Entwicklungen trainieren, Experimente miterleben und die Methode der Aufstellungsarbeit für die Reflexion ihres Arbeitskontextes nutzen möchten. Die Supervisions- und Trainingsgruppe ist auch offen für Studierende der Studiengänge Beratung, Coaching, Mediation, Beziehungstherapie sowie für Führungskräfte und Fachkräfte aller Berufe, Organisationsberater, Supervisoren, Mediatoren mit Supervisionsanliegen oder Trainingsbedarf.
Grundkurs I: Systemische Familienaufstellungen
Die Weiterbildung umfasst insgesamt 17 Tage: | |
1. Seminar: | 27.-29.01.2012 |
1. Hospitationsseminar: | Februar / März 2012 |
2. Seminar: | 16.-18.03.2012 |
2. Hospitationsseminar: | Mai / Juni 2012 |
3. Seminar: | 27.-29.04.2012 |
4. Seminar: | 01.-03.06.2012 |
Supervision: | 2.09.2012 |
Investition: | |
Grundkurs II: Systemische Struktur-, Berufs- und Organisationsaufstellungen
Die Weiterbildung umfasst insgesamt 14 Tage: | |
1. Seminar: | 17.-19.08.201 |
1. Hospitationsseminar: | 2. Halbjahr 2012 |
2. Seminar: | 14.-16.09.2012 |
2. Hospitationsseminar: | 2. Halbjahr 2012 |
3. Seminar: | 05.-07.102012 |
Supervision: | 2.09.2012 |
Investition: | |
Aufbaukurs Systemaufstellungen: Weiterentwicklungen und erweiterte Vorgehensweisen
Die Weiterbildung umfasst insgesamt 10 Tage: | |
1. Seminar: | 23.-24.06.2012 |
1. Hospitationsseminar: | 2. Halbjahr 2012 |
2. Seminar: | 17.-19.08.2012 |
2. Hospitationsseminar: | 2. Halbjahr 2012 |
Supervision: | 2.09.2012 |
Investition: | |
Supervisions- und Trainingsgruppe für Systemaufstellungen
Nächster Termin: 2.09.2012 von 10-16 Uhr
Das Anmeldeformular zu den Weiterbildungsangeboten finden Sie hier (pdf-Format, ca. 200KB).
Sparen Sie bis 50% der Kursgebühren oder max. € 500,-
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